Wie die SIGNA-Rettung gelingen soll

Neue Firmenkonstrukte für frisches Geld

Nach dem Rückzug von René Benko ist bei Signa der Rettungsprozess im vollen Gange. Der Sanierungsexperte Arndt Geiwitz soll dafür sorgen, das Firmengeflecht in ruhige Fahrwasser zu lenken. Wie das „St. Gallener Tagblatt“ gestern berichtete, setzt Geiwitz dabei nicht nur auf frisches Kapital, sondern auch auf aus der Mode gekommene Finanz- und Firmenkonstruktionen: Kommanditgesellschaften. Der Vorteil einer solchen KG ist, dass der Kommandist (in dem Fall die SIGNA) im Falle eines Scheiterns nur mit der im Handelsregister eingetragenen Einlage haftet. Das heißt übersetzt: Ein Weg, neues Kapital zu beschaffen und das mit beschränktem Risiko für die jeweiligen Geldgeber. Und eben zwei solche KGs hat die SIGNA in Lichtenstein gegründet.

In der Schweiz wiederum hat wegen der SIGNA mittlerweile die Bankenaufsicht ein Auge auf die Privatbank Julius Bär geworfen. Denn auch dort hat man die Geldprobleme des Immobilienunternehmens erkannt und eine Gewinnwarnung für das eigene laufende Geschäftsjahr ausgegeben. Weil die Privatbank befürchtet, dass SIGNA seine Kredite nicht tilgen kann, hat Julius Bär die kurzfristigen Kreditrückstellungen massiv erhöht. Mit 600 Millionen Euro soll das Immobilienunternehmen bei der Züricher Geldhaus in der Kreide stehen. Neben dem Auftreiben neuer Gelder – 600 Millionen Euro bis Ende dieser Woche, weitere 1,5 Milliarden Euro für das kommende Jahr – sei kurzfristig das oberste Ziel, Transparenz herzustellen, wenn eine Sanierung des Milliardenkonstruktes gelingen soll.

Wirtschafts-News:

VW ist der nächste Autoriese, der sich in den USA mit der Gewerkschaft einigt: Ab Jänner können Beschäftigte im US-Werk des deutschen Autoherstellers mit rund 11 Prozent mehr Gehalt rechnen. (Spiegel)

Die EZB warnt in ihrem jüngsten Stabilitätsbericht, dass sich die Banken in der Eurozone in einer fragilen Situation befinden. (Guardian)

Tech-News:

Bei Delivery Hero kam es diese Woche in Berlin und Barcelona zu Razzien. Die EU-Kommission ermittelt wegen Verdachts auf Marktmanipulation. (Tagesspiegel)

Bei Binance wurden nach dem Schuldspruch innerhalb von 24 Stunden mehr ale eine Milliarde US-Dollar abgezogen. (The Block)

Kyle Vogt, der Gründer von Cruise, der Tochtergesellschaft für selbstfahrende Autos von General Motors, ist zurückgetreten. Er gilt als einer der größten Innovationstreiber in der Branche, die nach einer Reihe von Unfällen unter Druck gerät. (New York Times)

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